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Indoor-Gardening im Winter – Das wächst im Growroom

14.11.2019 12:25

Grow-Room in Winter

Indoor-Gardening im Winter ist ein Thema, dass mit jedem Jahr relevanter wird. Nachhaltigkeitsgedanken dominieren derzeit die Medien. Wer sich zukunftsweisend verhalten möchte, der konsumiert bewusster und achtet auf saisonalen und regionalen Anbau. Gerade im Winter kann das jedoch auch Verzicht bedeuten, denn viele beliebte Obst- und Gemüsesorten haben in dieser Zeit keine Saison und sind im Geschäft allerhöchstens als Importware erhältlich. Mit ausreichend Licht und Wärme kann jedoch jeder seine eigenen Crops ziehen und Gemüse und andere Feldfrüchte ganzjährig ernten.

Der Winter naht

Nur weil die Tage kürzer und kälter werden, muss das noch lange nicht Verzicht bedeuten. Selbst in kargen Wintermonaten gibt es Pflanzen, die Frost und Kälte trotzen. Besonders Gemüsesorten lassen sich auch in der kalten Jahreszeit mit ein wenig Vorbereitung hervorragend ernten. Sie möchten auch im Winter gärtnern oder haben Interesse an einem eigenen Indoor-Wintergarten? Nur wenige Pflanzen vertragen Kälte und Frost. Machen Sie sich keine Sorgen. Tatsächlich ist der Anbau von Pflanzen im Winter beim Indoor-Growing keine große Herausforderung und sogar für Anfänger einfach umsetzbar. Alles, was Sie dafür benötigen, erklären wir Ihnen in diesem Beitrag.

Die Basics

Folgendes wird benötigt, um erfolgreich Lebensmittel in Innenräumen zu züchten.

  • Pflanztöpfe
  • Hochwertige Erde
  • Gießsystem
  • Heizsystem
  • Lüftung
  • Beleuchtung
  • Saat

Am wichtigsten, um ausreichendes Sonnenlicht zu simulieren, ist die Beleuchtung. In manchen Grow-Rooms (speziell solchen mit Süd-Fenstern) kann das natürliche Licht ausreichend für eine gute Ernte sein. Wer jedoch das meiste aus seinem Gartenprojekt herausholen möchte, der braucht Grow-Lights.

Beachten Sie den Aufbau in Ihrem Grow-Room. Wer mit natürlichem Licht arbeitet, erhält auf diese Weise ganz automatisch unterschiedliche Standorte im Raum. Direkt am Fenster stehen am meisten Licht und Wärme zur Verfügung, sodass hier all die Pflanzen positioniert werden sollten, die es gern warm und sonnig mögen. Solche Pflanzen, die den Halbschatten oder Schatten bevorzugen, wären hier fehl am Platz. Gleiches gilt aber auch, wenn Sie Grow-Lights installieren. Sofern Sie keine vollständig ebenmäßige Abdeckung mit Ihrer Beleuchtung erzielen können, wird es immer feine Differenzen geben. Informieren Sie sich vor der Aufstellung Ihrer Pflanzen deshalb immer gesondert über deren Bedürfnisse, um den jeweils optimalen Stellplatz finden zu können.

Temperatur beim Indoor-Growing

Ein wichtiges Thema, wenn es um Indoor-Growing im Winter geht, ist die Temperaturkontrolle. Während draußen dank Frost und Minusgraden für einige Monate kaum etwas wächst, sieht es in einem ideal klimatisierten Innenraum schon ganz anders aus. Mit ein paar Maßnahmen zur Kontrolle der Temperatur, gelingt es jedem Gärtner, die eigenen Pflanzen überwintern zu lassen und dem Winter zu trotzen.

Schritt 1: Die Temperatur korrekt messen

Um die optimale Temperatur im Grow-Room herzustellen, muss die Ausgangstemperatur gemessen werden. Sie sollten immer genau wissen, wie warm oder kalt es derzeit in Ihrem Grow-Room ist. Messgeräte wie Thermometer oder Hygrometer sind hier eine gute Wahl. In großen Räumen sollte die Position jedoch klug gewählt werden, da die Temperatur je nach Position deutlich variieren kann. Am aussagekräftigsten ist der Messwert, wenn er auf Höhe der Pflanzen und in deren Schatten gemessen wird. Vermeiden Sie starke Schwankungen, indem Sie fixe Einstellungen wählen und eine zuverlässige Lüftung installieren. Um auch auf lange Sicht Aussagen über die Temperatur und deren Auswirkungen treffen zu können, sollte ein Verlauf aufgezeichnet werden. Auf diese Weise kann der Einfluss auf die Pflanzen im Nachhinein genau ermittelt werden.

Schritt 2: Beleuchtung über Nacht einschalten

Die kältesten Temperaturen sind in der Regel nachts zu befürchten. Aus diesem Grund ist es für Indoor-Growing-Erfolge entscheidend, während dieses Zeitraums die Beleuchtung einzuschalten. Die meisten Leuchtsysteme für den Grow-Room wie Natriumdampflampen oder Metallhalogenlampen erzeugen eine Menge Abwärme. Das bedeutet, dass ein Teil der Energie nicht in Licht-Energie, sondern stattdessen in Wärmeenergie umgewandelt wird. Dadurch kann die zusätzliche Kälte in der Nacht ausgeglichen werden.

Schritt 3: Heizsystem installieren

Abwärme allein reicht nicht aus, um einen Grow-Room im Winter zu beheizen. Heizsysteme wie die Gewächshausheizung bieten die ideale Unterstützung. So gelingt es Ihnen, die Pflanzenumgebung auf ausreichende Temperatur zu bringen. Eine effiziente Lüftung und Ventilatoren können die Heizwärme im Anschluss gleichmäßig im gesamten Raum verteilen.

Schritt 4: Vermeiden Sie Kälte

Die meisten Pflanzen mögen keine Kälte. Das betrifft sowohl den Boden, in dem sie wachsen, als auch das Gießwasser. Verhindern Sie diesen Schock für Ihre Pflanzen, indem Sie diese nicht auf kalten Boden pflanzen. Ist keine Bodenheizung vorhanden, hilft eine entsprechende Unterlage wie ein Tray, auf dem Pflanztöpfe abgestellt werden können. Bei besonders hartnäckiger Kälte, die Ihren Pflanzen zu schaffen macht, ist eine Heizmatte eine gute Alternative, die langfristig jedoch hohe Stromkosten erzeugen kann. Auf lange Sicht sollten Sie deshalb die Isolierung des Bodens durch Styroporplatten oder eine komplette Aufarbeitung optimieren. Das Gießwasser sollte ebenfalls Zimmertemperatur von etwa 18-22° haben. Wenn es an Zeit fehlt, um das Wasser zu temperieren, sorgt ein Heizstab für schnelle Abhilfe.

Diese Pflanzen wachsen besonders gut im Winter

Gärtnern wird oft so dargestellt, als sei es nur ein saisonales Hobby. Dabei spricht nichts dagegen, auch im Winter Pflanzen anzubauen. Wer sich anpasst und auf die speziellen Anforderungen der Pflanzen zu dieser Jahreszeit reagiert, für den ist der Erfolg garantiert. Um sich selbst den Einstieg zu erleichtern, kann jedoch auf solche Pflanzen zurückgegriffen werden, die besonders gelingsicher sind und sich dadurch optimal für den Indoor-Garten im Winter eignen. Wer diese Pflanzen bereits daheim hat, kann die Töpfe im Winter problemlos von draußen nach drinnen transportieren. Andere Pflanzen benötigen besondere Zuwendung.

Kräuter

Egal ob Basilikum, Koriander, Minze, Rosmarin oder andere Kräuter: Es handelt sich dabei um einige der am einfachsten anzubauenden Pflanzen für Innenräume. Einige von ihnen vertragen zwar mehr Schatten als andere, aber generell reicht den meisten ein paar Stunden Sonnenlicht am Tag, um u gedeihen. Mediterrane Pflanzen wie Basilikum oder Dill mögen es gern kuschelig warm, sollten deshalb also in einem gut beheizten Raum gezogen werden, der auch in den Nachtstunden die Wärme hält. Wie immer gilt: beschäftigen Sie sich intensiv mit den Pflanzen, die Sie anbauen möchten, um eine erfolgreiche Ernte zu haben.

Grüne Blattgewächse (die sind eigentlich auch frostsicher und können draußen gepflanzt werden)

Salat, Grünkohl, Spinat, Rucola und andere grüne Blattgemüse lassen sich ebenfalls sehr leicht im Indoor-Garten anbauen. Je jünger das Gemüse geerntet werden kann, desto erfolgsversprechender. Anfänger sollten deshalb nicht unbedingt alles daran setzen, die volle Pflanzenreife zu erziehen. Gerade Spinat, Rucola oder Mangold sind als Baby Greens sehr bekömmlich und ziemlich geling-sicher. Wer in seinem Grow-Room bereits über viel natürliches Licht durch Südfenster verfügt, kann sich sogar die Grow-Lights sparen. In anderen Fällen reichen etwa 10 Stunden künstliches Licht aus, damit sich die Pflanzen pudelwohl fühlen.

Tomaten

Pflanzen, die eine tatsächliche Frucht ausbilden, sind schon eine kleine Herausforderung und benötigen tendenziell mehr Hitze und Licht, um gesund zu wachsen. Kirschtomaten oder andere kleine Sorten gehören hier noch zu den einfachsten Varianten und werden auch in Innenräumen eine reiche Ernte tragen. Diese benötigen allerdings in jedem Fall die Zugabe von Grow-Lights. 16 Stunden am Tag versprechen ein optimales Wachstum. Gärtner sollten auch darauf achten, dass die Temperaturen über Nacht nicht zu sehr absinken. Eine leichte Schwankung von bis zu fünf Grad ist hier ideal.

Chili

Pflanzen aus der Chili-Familie wie Cayenne-Pfeffer oder Habaneros sind eine andere Art fruchttragender Pflanze, die in Innenräumen hervorragend gedeihen kann. Wer nicht gerade die große Herausforderung sucht, sollte sich Sorten mit einer möglichst kleinen Frucht aussuchen, da diese am ehesten Reif werden. Die Anforderungen für ein gesundes Wachstum ähneln dann der von Kirschtomaten, sodass beide Feldfrüchte hervorragend zusammengestellt werden können.

Zitruspflanzen

In der Natur kommen Zitruspflanzen wie Orangen oder Zitronen vor allem in Form von großen Bäumen daher. Es gibt allerdings einige Zwergen-Varianten, die in großen Töpfen auch im Innenraum wachsen. Das Schöne an Zitrusfrüchten ist, dass viele Sorten gerade zur Winterzeit reifen. Für die besten Ergebnisse sollte eine Mischung aus Indoor- und Outdoor-Growing gewählt werden. Von Frühling bis Herbst können die Bäume vor der Tür stehen, solange es nachts nicht zu kalt wird. Im Winter können die Pflanzen dann hineingeholt werden, wo die Früchte zur vollständigen Reife gelangen. Auch hier gilt, dass manche Sorten einfacher zu ziehen sind, als andere. Anfänger sind deshalb mit Zitronen oder Limetten gut beraten, während Orangen oder Grapefruits schwieriger sind. Alle Zitrusfrüchte wünschen sich jedoch ein subtropisches Klima, welches im Growroom mit warmen Temperaturen und 16 Stunden Grow-Light-Beleuchtung simuliert werden kann.

Sprossen

Sprossen sind mit Abstand die einfachste Möglichkeit, um während der Wintermonate selbst frisches und gesundes Gemüse zu ziehen. Dafür gibt es in vielen Geschäften bereits vorgefertigte Gefäße. In sogenannten Sprossen-Gläsern mit luftdurchlässigen Deckeln können die Saaten von Mungbohnen, Alfalfa und Co. für einige Tage in Wasser eingeweicht werden und dürfen im Anschluss keimen. Für diesen Prozess ist nicht einmal direktes Sonnenlicht erforderlich, sodass selbst Einsteiger hier keinerlei Probleme haben werden.

Ingwer, Knoblauch und Zwiebeln

Ingwer ist ein tropisches Gewürz, das es gern heiß und nass mag. Um im Winter damit Erfolg zu haben, muss also ordentlich geheizt werden. Die Luftfeuchtigkeit kann besonders gut in kleinen Indoor-Gewächshäusern oder umfunktionierten Aquarien bzw. Terrarien erhöht werden. Ansonsten kann das Wurzelgemüse, ähnlich wie Speisezwiebeln oder Knoblauch, leicht zum Wachsen animiert werden. Wählen Sie zum Einpflanzen einfach ein Stück Ingwer, dass bereits über einen kleinen Gnubbel verfügt.

Fazit

Winter muss nicht auch Verzicht bedeuten. Wer seine Lieblingsgemüse- und Obstsorten auch in der kalten Jahreszeit nicht missen möchte, sollte rechtzeitig vorplanen und kann mit ein paar Kniffen viele Pflanzen selbst in einem Grow-Room anbauen. Der Anbau im Winter ist dabei auch für Einsteiger geeignet. Wir haben den Fokus in diesem Beitrag gezielt auf Hinweise für Anfänger gelegt, jedoch kann mit der richtigen Ausstattung und viel Arbeit quasi jede Pflanze auch im Winter gezogen werden. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg mit Ihrem anstehenden Gartenprojekt. Bei Fragen sind wir selbstverständlich jederzeit für Sie erreichbar.

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Klimatechnik und Belüftung

Grow-Lights

Hygrometer und Thermometer

Töpfe und Behälter

Grow-Box und Grow-Zelte


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